Es war kalt und windig an dem Tag, als wir das Grundstück zum ersten Mal sahen
Die Anzeige hatte ich mehr als ein Jahr zuvor entdeckt. Sie war alles andere als verlockend: ein kleines Bungalow in schlechtem Zustand, schlecht fotografiert, nichts wirklich Einladendes — bis auf ein Detail, das mich nicht mehr losließ: 9.000 m² Land. Mein Mann war wenig beeindruckt. Ich konnte selbst nicht genau sagen warum, aber irgendetwas zog mich immer wieder zu dieser Anzeige zurück. Und dann beschlossen wir eines Tages, uns das Grundstück anzusehen.
Es gab niemanden, der uns erwartete. Kein Tor. Kein Schild. Nur GPS-Koordinaten und eine vage Spur, die den Hügel hinaufführte. Der Weg war rau: tiefe Löcher, weicher Lehm, und ständig das Gefühl, dass unser Auto für diese Art von Straße vielleicht nicht gemacht war.
Wind überall. Kälte. Stille. Wir waren uns nicht einmal sicher, ob wir überhaupt richtig unterwegs waren.
Schließlich erreichten wir das Plateau.
… und etwas veränderte sich
Das Erste, was ich sagte — ganz ohne nachzudenken — war:
„Das ist genau das, was ich gesucht habe.“
Und ausnahmsweise stimmte mein Mann mir zu.
Der Boden war von trockenem, gelbem Gras bedeckt. Mediterrane Kiefern standen in der Nähe — schön, aber bereits mit dem leisen Hinweis auf die Gefahr, die sie auch darstellen konnten. Links tauchte eine kleine Schäferhütte auf, schlicht und solide. Den Blick über die Weinberge, Carcassonne in der Ferne oder die Berge dahinter hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wahrgenommen. Das würde erst später kommen.
Wir gingen zum Bungalow hinüber.
Keine Fenster. Zerbrochene Türen. Ein Dach, das offensichtlich kein weiteres Jahr überstehen würde, bereits gezeichnet von Wasserschäden. Die Veranda — einst mit viel Mühe gebaut — war so beschädigt, dass schon der Zugang zum Haus eine Herausforderung war.
Drinnen bestätigte sich nur, was man draußen bereits gesehen hatte. Alles war roh, zerbrechlich und weit entfernt davon, bewohnbar zu sein.
Und doch.
Das war der Moment, in dem der Verstand zur Seite trat — und das Herz übernahm.
Wir riefen den Besitzer an. Und begannen zu verhandeln. So fing alles an.